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Offener Brief an Sebastian Kurz

Von Murxadmin am Mi, 06.09.2017 - 12:39
Adressatinnen

Betrifft: Ihr Besuch in Graz bei Anton Paar GmbH und das Projekt Mur Kraftwerk/ Speicherkanal

Sehr geehrter Herr Sebastian Kurz,

Sie haben vor ein paar Wochen die Firma Anton Paar besucht, bei der ich auch arbeite. Ich konnte mich aber nicht durchringen Sie anzusprechen, da ich von der ÖVP durch das Projekt Mur Kraftwerk/Zentraler Speicherkanal sehr enttäuscht bin. Nun möchte ich aber doch mit Ihnen Kontakt aufnehmen, da meine Arbeitskollegen nur Gutes von Ihrem Besuch berichtet haben.

Wie Sie sicher wissen hat der Herr Bürgermeister Nagl in der letzten Wahl ein sensationelles Ergebnis erzielt und ich möchte Ihnen mitteilen wie es zustande gekommen ist.

Das Projekt Mur Kraftwerk Graz wurde unter dem Titel öffentliches Interesse genehmigt, obwohl direkt im Stadtgebiet 16.800 Bäume dafür gefällt werden müssen und in der Stadt Graz eine sehr schlechte Luftsituation herrscht. Außerdem hat dieser Grüngürtel und Stadtwald noch die Funktion, dass sozial schwächere eine Freizeitfläche direkt vor der Haustüre haben, die gratis benützt werden kann. Im Wahlkampf wurde es geschickt von Hrn. Nagl getrennt behandelt und ein großes Aufgebot an Marketing Spezialisten hat die Bevölkerung mit dem grünen Kraftwerk beworben. Strom wurde und wird verschenkt, Klimaanlagen werden verlost, Sportvereine gesponsert etc.

Als dann 10.000 Unterschriften gegen den Kraftwerksbau vorlagen, wurde das Projekt aufgeteilt und als Projekt Mur Kraftwerk und Zentraler Speicherkanal getrennt geführt und getrennt genehmigt.

Weshalb auch die Volksbefragung nicht mehr gemacht werden konnte- da man gegen den Zentralen Speicherkanal ja keine Unterschriften hatte.
Trotzdem haben einen Tag vor der Wahl 4000 Menschen gegen diese Projekte demonstriert und die örtlichen Zeitungen sowie der ORF haben nur ohne Foto berichtet, dass wiederum einige hundert Menschen demonstriert hatten.

Somit wurden am 6.2.2017 großflächige Rodungen durchgeführt, genauer gesagt wurde eines der größten zusammenhängenden Vorkommen von Flatterulmen für immer zerstört.

Unter großem Einsatz der Polizei wurde die Bevölkerung vom Bauzaun abgehalten und binnen 14. Tagen 8000 Bäume gerodet- im Anhang sehen Sie Fotos dazu.

Mein Vater ein 74 Jähriger Pensionist wurde von 6 Polizisten umstellt. Familien mit Kindern standen weinend am Bauzaun. Später habe ich mit Anrainern der Gegend gesprochen-es gab und gibt Pensionisten die Beruhigungsmittel nehmen müssen; Kinder sind schreiend aufgewacht „ Baum weg! Baum weg!“ haben sie gerufen. Menschen sind traumatisiert und überlegen sich weg zu ziehen.

In den Medien wurde jedoch immer nur von Berufsdemonstranten berichtet,
die linksextreme Kriminelle und beschäftigungslos wären.

Außerdem verkündete man, dass die Rodungen beendet seien.

Mittlerweile gab es weiter Großdemonstrationen bei denen immer zwischen 1500 bis 2500 Menschen demonstriert hatten- und viele Menschen haben nicht kapiert warum noch demonstriert wird. Da nicht darüber informiert worden war, dass in diesem Herbst /Winter ebenso Rodungen von weiteren ca. 8000 Bäumen mitten in der Innenstadt stattfinden sollen.

Darüber hinaus wurde mehrmals der Anlauf genommen, das Demonstrationsrecht in Graz zu beschneiden, und Gesetzte durch zu bringen, die besorgte Bürger als Staatsfeinde hinstellen sollten.
Ebenso gab es schon Prozesse bei denen Mitglieder der Österreichischen Naturschutzjugend sich wegen Bandenkriminalität mit Strafandrohungen von bis zu einem halben Jahr Gefängnis konfrontiert sahen- übrig blieben nur Geldstrafen wegen einem unabsichtlich beschädigtem Bauzaun.

All das ist eine Art und Weise in der hier mit Medien und Manipulation von Ihrer Partei Politik geführt wird, die ich sehr bedenklich und abstoßend finde.

Da nun jedoch alle Beschlüsse zum endgültigen Bau des Zentrealen Speicherkanal abgesegnet wurden, sehen wir uns hier in Graz damit konfrontiert, dass ab 15.10.2017 Rodungen mitten in der Innenstadt stattfinden werden und die grüne Lunge von Graz für immer zerstört werden wird.

Aus den nun ausgeschrieben Ideenwettbewerben zur Gestaltung des Mur Ufers kann man entnehmen, dass anstelle des Stadtwaldes eine betonierte Promenade mit Bänken und Cafés treten soll, die die anliegenden Grundstücke für Immobilienspekulanten aufwertet, und die öffentlichen Flächen kommerzialisiert.

Deshalb habe ich die dringende Bitte an Sie: Nehmen Sie sich doch die Zeit und machen Sie mit Kraftwerksgegnern einen Spaziergang (ca. 2 Stunden) vor Ort und informieren Sie sich persönlich über die Lage ( unser Bürgermeister und unser Bischof sind nicht bereit dazu ). Anschließend sollte es möglich sein, dass ein runder Tisch noch vor den Rodungen im Oktober zustande kommt und man nochmals die Alternativen zum Zentralen Speicherkanal beurteilt. ( z.B. www.murfindetstadt.at)

Es wird auch immer von den Arbeitsplätzen gesprochen, die so ein Bau mit sich bringt, wir haben jedoch mit den Arbeitern gesprochen, die im Akkord die Bäume fällen. Sie verdienen 8 Euro pro Stunde und bekommen nicht einmal feste Schuhe oder Handschuhe für Ihre Arbeit. Was sind denn dass für tolle Arbeitsplätze?!

Somit hat ein großer Teil der Bevölkerung das Gefühl, es geht hier nur darum Baufirmen, Immobilienspekulanten und Energiekonzerne mit Renditen auszustatten, für die Steuergeld in Höhe von 84Mio€ ( aus Graz ) und 20Mio€ vom Land ausgegeben werden.

Bitte geben Sie uns das Gefühl zurück, dass die ÖVP auch wirklich wieder eine Volkspartei ist und
vermitteln Sie für die Bevölkerung vor Ort.

Mit freundlichen Grüßen

I.

R , mit Sohn  ( 7 Jahre ) ;  K. ( Pensionist) ,
Helene K. ( Pensionistin)

Unter großem Polizeieinsatz begannen am 6. Feb.2017 die Rodungen zum Mur Kraftwerk in Graz.
 

Eine Woche später versammelte sich die Bevölkerung und sieht das Ausmaß der Zerstörung.
Viele Menschen weinen am Bauzaun.

Hier kann die Bevölkerung den Grün Raum noch gratis nützen, ab 15.10.2017 bis 15.3.2017 sollen diese Bäume auch gerodet werden um einen Kanal entlang des Flusses zu bauen, obwohl es Alternativen gibt.